Konstruktionsleitfaden für effizientes Laserschneiden
Das Laserschneiden bietet eine unvergleichliche Präzision, doch die Qualität des Endergebnisses entscheidet sich bereits am Zeichentisch. Durch die Berücksichtigung der folgenden Aspekte können maßhaltigere und kosteneffizientere Bauteile gefertigt werden.
1. Bewusste Materialwahl
Die Geschwindigkeit und der Preis der Fertigung hängen maßgeblich vom gewählten Rohmaterial ab. Es empfiehlt sich, Materialien aus den vorrätigen Standardformaten zu wählen.
- S235 Stahl: Der beliebteste und wirtschaftlichste Baustahl.
- S355 Stahl: Ein hochfester Stahl, der für erhöhte Beanspruchungen geeignet ist.
- DC01 (kaltgewalzt): Zeichnet sich durch minimale Eigenspannungen aus und behält so seine Präzision auch bei dünnen Blechen bei.
- 1.4301 Edelstahl: Ein korrosionsbeständiges Material, das für ästhetische Zwecke (z. B. für Sichtflächen) auch in folierter Ausführung bestellt werden kann.
- Aluminium (AlMg3): Leicht und gut formbar, wobei der Härtegrad (H111–H24) die Biegefähigkeit bestimmt.
- Verzinktes Blech: Hervorragender Korrosionsschutz bis zu einer Dicke von 3 mm, ohne dass eine nachträgliche Oberflächenbehandlung erforderlich ist.
2. Geometrische Richtlinien
Bestimmte Details des Produktionsprozesses werden von unserer Software automatisch verarbeitet, sodass der Konstrukteur nicht jede technologische Korrektur selbst vornehmen muss.
- Schnittspalt (Kerf): Der durch den Laserstrahl verursachte Materialverlust wird von der CAM-Software kompensiert. Geben Sie in den Zeichnungen das Nennmaß (Endmaß) an.
- Innenecken: Es wird empfohlen, eine minimale Abrundung (0,5–1 mm) vorzusehen. Dies sorgt für einen gleichmäßigeren Schnitt und reduziert die Materialspannungen.
3. Abkantbiegen und Präzision
Bei der Planung der 2D-Abwicklung müssen die physikalischen Grenzen des späteren Biegevorgangs berücksichtigt werden.
- Biegeradius: Planen Sie immer mit einem realistischen Radius, der der Materialstärke entspricht. Nutzen Sie hierfür die Biegetabelle des Herstellers als Grundlage.
- Modellierung: Für eine präzise Abwicklung müssen im Konstruktionsprogramm (SolidWorks, Inventor) die realen Biegeparameter und Dehnungsfaktoren eingestellt werden.
4. Kostenoptimierung (Nesting)
Das Rohmaterial macht einen erheblichen Teil der Produktionskosten aus, daher ist die Minimierung von Verschnitt entscheidend.
- Streben Sie die Gestaltung von Formen an, die sich ineinander verschachteln lassen.
- Lassen Sie zwischen den Bauteilen einen technologischen Abstand von 4–8 mm.
- Eine effizientere Materialausnutzung senkt direkt den Stückpreis.
Zusammenfassung
Die Grundlage für eine erfolgreiche Produktion ist die enge Zusammenarbeit zwischen Konstrukteur und Hersteller. Durch die Einhaltung der oben genannten Punkte können kürzere Durchlaufzeiten, geringere Kosten und ein qualitativ hochwertiges Endprodukt erreicht werden.
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Sollten Sie Fragen zu den oben beschriebenen Punkten haben oder Bauteile fertigen lassen wollen, kontaktieren Sie uns!
